karamell
 

eindrücke 26. Mai

Die Stimmung des Abends war grossartig. Friedlich, triumphierend, reflektiert und freundschaftlich. 
— Meret
 
 
 

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Thierry Gnahoré

Thierry Gnahoré

Ich erinnere mich an einen Tag, als ich klein war, völlig losgelöst und frei am Djembé spielen war und unser Nachbar klingeln kam. Ich habe die Tür aufgemacht und sah einen Brief.

Und ich las den Brief (obwohl er an meine weisse Mutter adressiert war): «Wir haben’s jetzt gehört, der Kleine macht gerne Musik, spielt Djembé. Aber ich glaube es wäre jetzt an der Zeit, dass ihr Sohn zurück nach Afrika geht, in den Dschungel!»
Und das hat mich etwa zwei, drei Jahre lang blockiert, ich fühlte mich nicht mehr frei.

 

Fatima Moumouni

Fatima Moumouni

Das Besondere an dieser Frage, wo kommst du her, ist ja immer, dass Leute ja auch nicht zufrieden sind mit der Antwort.

Da bestimmt jemand, okay, ich frage dich jetzt wo kommst du her. Ich antworte, was ich das Gefühl habe, ich sag meistens aus München. Und dann entscheidet die andere Person: Nein das stimmt nicht! Jetzt sag mir doch mal, wo kommst du richtig her. Und das kann alles sein, es muss nur unbedingt etwas Exotisches sein. 

Nora Naji 

Nora Naji 

 Dann habe ich auch aus meiner Kindheit mitgenommen, dass es auch eine Freiheit ist, wenn man anders ist und nicht der Norm entspricht. Man schlägt vielleicht unkonventionellere Wege ein als andere.

Für mich ist das «Mischling-sein» in der Schweiz eine Chance, Einblick zu haben in andere Kulturen, Verständnis zu haben für Andersartigkeit in der Schweiz, egal ob Hautfarbe oder sonst irgendetwas, dass einem herausbrechen lässt aus der Norm. Aber vorallem Freiheit. Freiheit andere Wege einzuschlagen und zu verstehen, dass alle Menschen anders sind.

 
Yvonne Apiyo Braendle-Amolo

Yvonne Apiyo Braendle-Amolo

Am Afang hat es mich ziemlich gestört, weil ich auch viel mit Rassismus zu tun hatte. Und ich versuchte zu sagen, ja ich bin eine schwarze Frau, ja ich komme aus Afrika. Aber: Afrika hat mittlerweile fast 50 oder 52 Länder und nicht nur eines! Also wir sind so verschieden.

Mit der Zeit habe ich dann versucht meine «Schwäche», meine Hautfarbe zu meiner Stärke zu machen. Und dann hab ich gesagt: Okay ihr wollt eine schwarze Frau, I’ll give you a black woman. Jetzt bin ich einfach eine schwarze Frau, egal was du probierst, ich bin eine schwarze Frau! Und ich benutze das! Es gibt genug Leute die sagen ja Exotinnen. Ja hier, ich bin noch eine! Eine schwarze Frau? Ja hier! 

Meret Mache

Meret Mache

Für mich ist es so klar, dass ich Schweizerdeutsch spreche, dass ich Schweizerin bin, weil … das war halt immer einfach so. Aber für andere scheint das offenbar nicht so klar zu sein.

Dieses Anderssein wird auf mich projiziert und kommt eigentlich nicht von mir. Weil ich mich ziemlich als Schweizerin fühle. Trotzdem gibt es natürlich auch diese afrikanische Seite, und das kann auch sehr gut koexistieren.

 
Leila Moon

Leila Moon

Musikerin und DJ

“Nicht ganz Schweiz, nicht ganz Algerien, Marokko, Deutschland ... Komm heute vorbei und ich spiel dir was übr mich ab, Yallah.” 

 
Niara Sakho

Niara Sakho

Tänzerin und Choreografin

befasst sich in ihrem eindrücklichen Stück “Take me Oya” mit Projektionen aus ihrer Vergangenheit, dem Loslassen und der Yoruba Göttin Oya, welche die Kraft der Veränderung verkörpert. 

 
Serafina Andrew

Serafina Andrew

Fotografin

portraitiert junge Afroschweizer im urbanen Umfeld, auch mit dem Anliegen, ihnen so mehr Präsenz in Medien zu verschaffen.

 
 
 
 
 

weiter?

in planung

Die Erwartungen wurden erfüllt: Ein junges, selbstreflektiertes Publikum kam zusammen und daraus entstanden spannende Gespräche, neue Bekanntschaften, empowerment and positive vibes.  
— Meret
 
 

Karamell wird wandern, in verschiedenen Städten der Schweiz an verschiedenen Locations aufpoppen. 

Das Feedback auf Melting Point hat mich überwältigt. Oft wurde nach der nächsten Veranstaltung gefragt.

 

Das Ziel ist es nun, die Veranstaltungs-Reihe weiterzuführen.

In den nächsten Monaten wird - wenn alles klappt - der zweite Event lanciert. 

dazu braucht es ein Team, dass die vielfältigkeit gut und gerne abdeckt. Im nächsten Schritt werden wir uns treffen, austauschen, absprechen …

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