karamell
 

vision

innovators

 
 
 

Eine
Veranstaltungs-
reihe zur Kultur des Dazwischens

Karamell erzeugt ein Netzwerk und präzisiert Afro-Europäische Identität.

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zeigen wir die Schweiz durch unsere Augen und machen so eine karamellisierte Realität erlebbar.

Karamell bietet einen Rahmen für Austausch, Inspiration und Mentoring sowohl zu komplexen Themen wie kultureller Identität als auch zu alltäglichem wie Haarpflege. 

Persönliche Positionen und Projekte werden präsentiert und in einem transkulturellen Rahmen verhandelt. High und Low Culture kombiniert in einem Spektrum von Gaming bis Talks vermitteln Erfahrungen, Erkenntnisse und Erlebnisse. 

Es entsteht Raum für Gespräche. 

 

 
 

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wie?

neu neu neu

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Es wird ein loses Netzwerk entstehen,

das mit Veranstaltungen an verschiedenen Orten aufpoppt.

 

Getragen von einer bunten Comunity aus Menschen, die sich unterschiedlich engagieren. Das ganze Projekt ist neu, im Aufbau und soll sich mit den Beteiligten gemeinschaftlich entwickeln.

Der erste Event am 26. Mai wird uns Klarheit bringen.

Ich stelle es mir so vor, dass ich etwas Vertrautes antreffen werde. Ein bisschen vielleicht, wie wenn ich meine eigene Haut fühle.
— Michelle
 
Wir sind Karamell, Mulatten, Café au lait’s und Verbündete. Wir sind „Biracial identities“ und Teil der heutigen Schweiz.
 
 

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was es nicht ist

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Karamell ist der Versuch Karamells zusammenzutrommeln.

Auf keinen Fall ist diese Idee ausschliesssend oder ausgrenzend.

Es findet keinerlei Bewertung statt, sondern das Experiment, ein neues Netzwerk zu schaffen für Menschen, mit gewissen Ähnlichkeiten und Verbündeten und Interessierten.

Karamell ist nicht Ausdruck einer Weltsicht, weder politisch noch religiös. Karamell wird dir nicht den Sinne des Lebens offenbaren. Bei Karamell soll jedoch offen und ehrlich auch über kritische Punkte diskutiert werden, auch wenn das Thema manchmal nur unsere Haarpflege ist.

Wir wollen Inspiration und Wissen finden, aber auch etwas Party machen.

 

 
Wir wollen Ambivalenzen und Identitätskrisen ab sofort als produktive Widersprüche nutzen!
 

Mehr zum Weshalb

 

Auslöser

In einem Aufzug in New York bemerkte ich eine Gruppe von Schweizern. Ich hatte schon lange kein Schweizerdeutsch mehr gehört und freute mich sehr: „Oh min Gott, ihr redet jo Schwizerdütsch!“, sagte ich überrascht. Sie blickten mich verdutzt an, sagten aber nichts. Um die peinliche Stille zu durchbrechen, fügte ich auf Schweizerdeutsch hinzu, dass ich schon sehr lange meine Sprache nicht mehr gehört hatte. Erst da hat es bei der Gruppe «klick» gemacht, und sie haben mir mit Floskeln verlegen geantwortet und mir beim Verlassen des Liftes „En schöne Obig“ gewünscht. Das war seltsam, und der Gedanke daran liess mich nicht mehr los. Anscheinend hatte die Gruppe wegen meines exotischen Aussehens nicht erwartet, aus meinem Mund dieses perfekte Schweizerdeutsch zu hören und hat im ersten Moment nicht realisiert, dass ich die gleiche Sprache spreche und eine Landsfrau bin.

Aber ich bin doch Schweizerin? Mindestens halb, oder nicht? Also schwarz bin ich nicht, oder doch? Was bin ich überhaupt?

 

 

 
 

Uns gibt es, wir sind Afroeuropäer!

Ein Maulesel will ich nicht sein.*

Was bedeutet es in der Deutschschweiz eine Person mit einem afrikanischen und einem europäischen Elternteil zu sein, also eine Afroeuropäische Identität, mehrere Herkünfte und Heimaten zu haben? Wie werde ich von der Gesellschaft wahrgenommen? Muss ich mich für eine Herkunft oder Hautfarbe entscheiden? Kann ich meine Herkünfte gar verbinden, hybridisieren? Bin ich alleine, oder gibt es viele von uns? Wie nennen wir uns? Sind wir Mulatten*? Aber ein Maulesel will ich nicht sein ...

Ich fühle mich, als ob ich einer neuen Generation der Deutschschweiz angehöre. Wir haben gemeinsame, prägende Erlebnisse und ähnliche Jahrgänge. Doch der Begriff «Generation» ist in diesem Zusammenhang soziologisch falsch, denn, was uns verbindet, sind nicht nur Sozialisationsbedingungen, sondern hauptsächlich eine ähnliche, geografische Abstammung.

Was uns als Community formt, ist jedoch nicht unsere Abstammung an sich, sondern die Erfahrungen, die wir durch sie in der Deutschschweiz machen.

Ja, vielleicht sind wir eine Community. Ja, vielleicht sind wir eine Generation. Oder irgend etwas dazwischen? Das zu sein kennen wir ja!

 

 

 

 

 

Eine kreolisierte* Generation von Personen mit diesem speziellen Migrationshintergrund wirft interessante Fragen zur kulturellen Identitätsfindung, Hybridität, Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Wahrnehmung auf. Sie fordert die deutschschweizerische Gesellschaft in ihrem Schwarz-Weiss-Denken heraus. Anzunehmen ist, dass wir "Karamells" durch den Kreolisierungsvorgang neue Ansprüche an uns selbst und an die schweizerische Gesellschaft stellen und über besondere Fähigkeiten verfügen, welche durch unsere ambivalente Identität geformt werden.

 
*In Kolonialzeiten wurden Personen mit afrikanisch-europäischen Elternteilen als «Mulatten» bezeichnet, was vom spanischem «mulo» und englischen «mule» für Maulesel abgeleitet wurde. Maulesel galten als dumme, störrische Arbeitstiere, welche fortpflanzungsunfähig sind. Diese Eigenschaften wurden direkt auf den «Mulatten» übertragen.
(vgl. Hà, 2005, S. 28)